25.06.12

Christian Schäfer leitet ab 2013 das Gütersloher Theater

Christian Schäfer wird ab Mai 2013 neuer künstlerischer Leiter des Gütersloher Theaters. Der  36jährige tritt die Nachfolge von Klaus Klein an, der dann nach fast 30 Jahren Arbeit für die Kultur in Gütersloh in Ruhestand geht. "Christian Schäfer ist der richtige Mann am richtigen Ort, um die erfolgreiche Arbeit von  Klaus Klein fortzusetzen und weiterzuentwickeln", freut sich Güterslohs Bürgermeisterin Maria Unger über die Wahl. "Wir bekommen einen künstlerischen Leiter, der in der Theaterlandschaft hervorragend vernetzt ist,  sich aber auch durch eigene Inszenierungen einen Namen gemacht hat."

Tatsächlich hat der Name Christian Schäfer in der Theaterszene der Republik einen guten Klang. Verbunden ist er mit dem renommierten, 1958 gegründeten Tübinger Zimmertheater, das er seit 2007 gemeinsam mit Axel Krauße leitet.  Obwohl mit überschaubarer Sitzplatzkapazität und kleinem Ensemble ausgestattet, reicht die  Wirkung des Hauses über Tübingen weit hinaus. Viel beachtete Inszenierungen, mehrere Festivaleinladungen, Kooperationen mit Theatern in Metropolen wie Berlin, Hamburg und Wien, positive Nennungen in Jahresumfragen und Berichte in überregionalen Medien begründen den Ruf eines Hauses, das besonders mit Inszenierungen und Uraufführungen moderner Literatur  oder ungewöhnlichen Klassiker-Adaptionen Maßstäbe setzt.

Doch Christian Schäfer ist auch mit der Programmplanung und der Organisation eines Theaterbetriebs vertraut – Qualitäten, die ihn nicht nur für Kulturdezernent Andreas Kimpel und die sechsköpfige Auswahlkommission, der auch die Bürgermeisterin angehörte, zur ersten Wahl machten.  „Christian Schäfer ist nicht nur ein exzellenter Kenner der Szene, der neue Impulse verleihen wird. Als Intendant eines kommunalen Theaters kennt er auch die Arbeit im kleinen Team und mit einem engen finanziellen Rahmen, “ bringt Kimpel die Kriterien auf den Punkt.

Das bestätigt der gebürtige Freiburger, der in der „Fauststadt“ Staufen im Breisgau aufwuchs, auf die Frage, ob ihm klar sei, dass er in Gütersloh kein eigenes Ensemble vorfindet: „Auch in Tübingen arbeite ich als Programmleiter und das macht mir ebenso viel Freude wie die eigene Inszenierung. Ein Programm der Qualität zusammenzustellen, wie das in Gütersloh möglich ist, dazu noch in einem so attraktiven Haus, ist eine höchst spannende Herausforderung,auf die ich mich sehr freue“  Bei seinen bisherigen Besuchen hat er das Theater als kulturelles Zentrum der Stadt mit „einer sehr interessierten Bürgerschaft“ wahrgenommen. Und auch der Besuch einer Theateraufführung „ganz inkognito“ bestätigte  ihn in seiner Bewerbung um die Klein-Nachfolge. Die Architektur des Theatersaals mit der „großen Nähe zur Bühne“ hat ihn besonders fasziniert.

Schäfer kann dabei auf zahlreiche Vergleiche aus seinem bisherigen Werdegang zurückgreifen. Erste Erfahrungen als Kultur-Organisator machte er in den Neunziger Jahren als Assistent bei der jährlich stattfindenden  Staufener Musikwoche. Er studierte Schauspiel und Theatergeschichte in Freiburg, war Regieassistent am Berliner Ensemble bei Philip Tiedemann und George Tabori, inszenierte unter anderem in Augsburg, Memmingen und Bregenz, bevor er nach Tübingen kam. Dort gehört neben seiner Intendanz auch die Organisation und Durchführung des Kulturprogramms im alten Kino „Löwen“ seinen Aufgaben. Zudem gründete er auch erstmal ein „Junges Zimmertheater“ und initiierte die Figurentheaterreihe „Kinder_Zimmer“.

Zum Programm des Theaters Gütersloh unter der Leitung von Klaus Klein sieht er aufgrund seiner persönlichen Kontakte viele Anknüpfungspunkte, um die Arbeit mit Bühnen wie Osnabrück, Münster aber auch dem Berliner Ensemble fortzusetzen und auszubauen. Darüber hinaus darf man aber davon ausgehen, dass er seinen eigenen Stil prägt – im gesamten Umfang wird ihn das Gütersloher Publikum zum ersten Mal in der Spielzeit 2014/2015 kennenlernen, denn wenn er im Mai 2013 seine Arbeit in Gütersloh beginnt, muss der Spielplan für die kommende Saison im großen und ganzen  bereits fertig sein.