Das Gespenst von Canterville

Musiktheater nach Oscar Wilde mit Musik von George Gershwin, John Dowland, Henry Purcell u.a., Neudichtung von Dominik Wilgenbus

Kammeroper München

Regie: Dominik Wilgenbus, Musikalische Leitung: Nabil Shehata

Mit der Erzählung vom altenglischen Schlossgespenst, über das die Schrecken der modernen Zeiten in Gestalt einer amerikanischen Familie hereinbrechen, entfesselte Oscar Wilde 1887 den wohl vergnüglichsten Spuk der Literaturgeschichte. Der Film ließ sich die Vorlage nicht entgehen, ebenso wenig das Musical und die zeitgenössische Oper. Auf die naheliegendste Idee aber ist einmal mehr die Kammeroper München gekommen.

In der Bühnenfassung von Dominik Wilgenbus swingt die amerikanische Familie zur Musik von George Gershwin, während das 300 Jahre ältere Gespenst sich der betörenden Klänge von Henry Purcell und John Dowland bedient. Der Reiz der aufeinanderprallenden Zeiten und Kulturen wird so zum quasi authentischen akustischen Erlebnis.

Vollends, wenn der untote Sir Simon als Countertenor sein Wesen treibt, kann Musiktheater nicht geistsprühender sein.

"Zauberhaft [...] Hier gelingt es, das Abgründige im Komischen herauszuarbeiten. Etwa wenn die grotesk gutgelaunten amerikanischen Zwillinge Stars and Stripes (Elisabeth Freyhoff und Jakob Schad) mit Blasrohren Jagd auf das aus der Zeit gefallene Schlossgespenst Sir Simon (Thomas Lichtenecker) machen.“ (Thomas Jordan, Süddeutsche Zeitung)

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