Khatia Buniatishvili

Beethoven

Selbstsicher, stilsicher und weltläufig sagt Khatia Buniatishvili über sich selbst: »Ich bin ein Mensch für die Bühne – ich mag es, was das Adrenalin auf der Bühne mit mir macht.«

Zwei Dinge sind für Khatia Buniatishvili Voraussetzung, bevor sie auf die Bühne tritt: gut geübt zu haben und positive Energie zu verströmen. Nur dann kommen auch vom Publikum positive Reaktionen zurück. Überhaupt spielt Emotionalität eine große Rolle für die georgische Pianistin, die fünf Sprachen spricht und einst als Wunderkind galt. Allerdings wehrt sie sich selbst gegen diesen Begriff, weil es für sie in der Musik nicht um ein sportliches »Höher, schneller, weiter« geht, sondern um Individualität und Persönlichkeit. Das hat sie bei all ihren CD-Einspielungen und Auftritten immer wieder unter Beweis gestellt, und so ist es bei aller Virtuosität vor allem die sensible Eigenständigkeit ihrer Interpretationen, die begeistert.

Darüber hinaus tritt sie für gemeinnützige Anliegen ein und konzertierte im Rahmen des 70-jährigen Jubiläums der Vereinten Nationen zugunsten von Opfern des syrischen Bürgerkrieges und beim »Global Citizen Festival« in Hamburg 2017. In Kiew nahm sie an einem Benefizkonzert für Verwundete in der Anti-Terrorist Operation Zone teil und spielte gemeinsam mit Martha Argerich und Daniel Barenboim bei der Veranstaltung »To Russia with Love« in der Berliner Philharmonie, um auf Verletzungen von Menschenrechten in Russland hinzuweisen.

Auch trat sie 2016 während der Klimakonferenz der Vereinten Nationen in Marrakesch auf. Khatia Buniatishvili ist Botschafterin des gemeinnützigen Kinderhilfswerks »Plan International« sowie der »Fondation Coeur et Recherche«.

In ihrem Recital wird sich Khatia Buniatishvili, passend zum 250. Geburtstag Ludwig van Beethovens im Jahr 2020, einer Auswahl seiner epochalen Klaviersonaten widmen.

»Das Neue Testament für alle Klavierspieler« nannte Hans von Bülow Beethovens 32 Klaviersonaten. Das Klavierwerk Beethovens stellt pianistisch und intellektuell eine Herausforderung dar, Generationen von Interpreten, Komponisten und Musikwissenschaftlern haben sich an diesem Monument der mitteleuropäischen Kunst abgearbeitet. Beethovens Werk ist durchdrungen von Exzess, dem Unerhörten und Ungeheuren, dem technisch und klanglich Exzentrischen. Seine Kompositionen für Klavier waren für Beethoven stets auch Erprobungsfeld, sie sind avantgardistischer und experimenteller Bereich seiner Musik und der Grundstein für das Virtuosentum auf den Tasten.

Im Konzert in Gütersloh stehen die Sonaten Nr. 14 (»Mondschein«), Nr. 17 (»Der Sturm«), Nr. 8 (»Pathétique«) und Nr. 23 (»Appassionata«) auf dem Programm.

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