Tina Dico & Band

Fastland

Sie schlägt mal rockige Töne an und ist mal gefühlvolle Singer-Songwriterin, hier folkig-countryesk und da poetisch-nachdenklich. Mal wirkt Tina Dico nordisch-kühl und düster, mal elfenweich und immer ist sie eine grandiose Musikerin mit beeindruckender Stimme. Das Schöne: Die Dänin und ihre Band wirken nicht nur dank des immer wieder mitmusizierenden isländischen Ehemannes Helgi Jonsson stets wie eine kleine Familie. Inzwischen funktioniert das seit 13 Jahren und zehn veröffentlichten Alben. In Dänemark ist sie schon lange ein Star und auch in Deutschland hat sie eine große Fangemeinde. Vor allem live sorgt sie mit ihrer Ausstrahlung aus Professionalität, Nahbarkeit und viel Freude an der Musik für außergewöhnliche Auftritte. Bereits mit zarten 15 spielte Tina Dico in ihrer ersten Band. Nach Fernsehauftritten und gewonnenen Talentwettbewerben brachte sie mit ihrer Band»Tina Dickow and Sheriff« ihre erste Single heraus und wurde von mehreren Labels umworben, gründete aber schlussendlich lieber ihre eigene Firma: Auf »Finest Grammophone« veröffentlichte sie 2001 ihr Debüt. In Deutschland wurde die Musikwelt spätestens 2006 mit dem Erscheinen des Albums »On the red« auf Tina Dico aufmerksam. Es folgten großartige Erfolge in Dänemark, wo sie mit »Count to Ten« auf Platz 1 der Albumcharts landete, die goldene Schallplatte kam 2008. Mit ausverkauften Touren und unter anderem auch Auftritten bei »Inas Nacht« hat sie sich hierzulande zur festen Größe gespielt.

Für den Titel ihres neuesten Albums hat Tina Dico das dänische Wort »Fastland « gefunden, es steht für »Festland«. Dahinter steckt eine sehr persönliche Theorie: »›Fastland‹ ist mein Kommentar zur modernen Welt, in der die Dinge immer in Bewegung sind. Bewegung ist allgegenwärtig, unsere Leben verflüssigen sich«, erklärt sie. »Zum Beispiel haben wir heute keine Beziehungen mehr zueinander, wir sind diese Beziehungen. Früher habe ich ohne Handy in Dänemark gelebt, tagelang konnte mich niemand erreichen. Heute bin ich immer erreichbar, ich kommuniziere ständig, nehme Beziehungen auf, verwalte sie.« Nicht, dass das schlimm wäre – Tina Dico ist keine Kulturpessimistin. Zwar hinterfragt sie im modern arrangierten Soulpop-Stück »Fancy « den Materialismus und Konsumterror des modernen Lebens. »Trotzdem liebe ich dieses chaotische Abenteuer. Ich merke aber auch, dass es mir guttut, in dieser verflüssigten Welt weiter einen Halt zu besitzen. Ein Festland.«

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