Das Interview

Nach dem Film von Theo van Gogh und dem Drehbuch von Theodor Holman, übersetzt und für die Bühne adaptiert von Stephan Lack

Burgtheater Wien

Regie: Martin Kušej, Bühne: Jessica Rockstroh, Kostüme: Werner Fritz, Dramaturgie: Sebastian Huber
Es spielen Birgit Minichmayr, Oliver Nägele

Es beginnt mit einer professionellen Demütigung. Anstatt der Pressekonferenz beizuwohnen, in der das Kabinett seinen Rücktritt bekannt gibt, ist der Journalist Pierre Peters in Vertretung eines erkrankten Kollegen zu einem Interview mit der bekannten Fernsehschauspielerin Katja Schuurman in deren Wohnung abgestellt. Statt Weltgeschichte erwartet den weitgereisten Politreporter also der Glamour der Klatschspalten. Die Schauspielerin andererseits hat ihre Erfahrungen mit männlichen  Interviewern und deren publizistischen Interessen. Sie weiß also, wie schlecht in dieser Konstellation ihre Chancen stehen, etwas von ihrer persönlichen Wahrheit zu vermitteln. Welchen Einfluss hat das öffentliche Bild auf die private Sphäre, welchen Einfluss können die beiden Opponenten in der persönlichen Begegnung auf das öffentliche Bild nehmen, das unweigerlich entstehen wird? Dass das Interview erscheinen wird, ist beiden klar, etwas anderes scheint nicht in ihrer Macht zu stehen. Aber welche Wahrheit wird es am Ende enthalten?

Der Kampf darum, was „echt“ ist und was „story“, betrifft die Existenz beider Kontrahenten. Entsprechend trickreich und skrupellos wird er von beiden Seiten geführt.

„Dass Minichmayr und Nägele diesen Verwundungsparcour mit Bravour meistern würden, war vorauszusehen und hat dem Burgtheater nun sicherlich einen Dauerbrenner beschert.“ (Bayerischer Rundfunk)

Mit Unterstützung von