Die schöne Galathee

Anstelle von "Donna Juanita"

Komisch-mythologische Operette in einem Akt von Franz von Suppè

Text von Poly Henrion (Leonhard Kohl von Kohlenegg)

Theater Osnabrück

Musikalische Leitung: Daniel Inbal, Regie: Felix Schrödinger, Bühne, Kostüme: Pascal Seibicke

Basierend auf Ovids „Metamorphosen“ spielt die Operette im antiken Zypern: Der Bildhauer Pygmalion hat eine Statue von unvergleichlicher Schönheit erschaffen, die den Namen Galathee trägt. Im Tempel der Venus bringt er ein Opfer dar, damit die Göttin seiner Kreation Leben einhaucht. Die Beschwörung der Venus gelingt: Die marmorne Galathee beginnt zu leben.

Pygmalion ist hingerissen, doch Galathees Charakter entspricht nicht der Schönheit ihres Körpers. Herrisch befiehlt sie ihrem Schöpfer, ein Festmahl herbeizuschaffen. Während Pygmalion dies besorgt, erscheint der reiche Kunstmäzen Mydas und ist ebenfalls begeistert von der schönen Galathee. Gerissen spielt diese die beiden Lüstlinge Pygmalion und Mydas gegeneinander aus und nähert sich dem jungen Diener Ganymed an, mit dem sie leidenschaftliche Küsse austauscht. Pygmalion hilft nur noch göttlicher Beistand: Er wendet sich wieder an Venus, die Galathee erneut zu Stein erstarren lässt.

Suppès Operetten-Einakter aus dem Jahr 1865 zählt zu den ganz frühen Wiener Operetten, die dem Vorbild Jacques Offenbachs sehr nah sind. Entsprechend ironisch ist die Handlung: Die antike Geschichte dient als Folie für eine Parodie der zeitgenössischen bürgerlichen Gesellschaft, ähnlich wie in Offenbachs „Die schöne Helena“. Auch aus Suppès mitreißend-spritziger Musik klingt französischer Esprit. Die Besetzung des Ganymed als Hosenrolle verleiht zudem dem Kussduett mit Galathee eine besondere Pikanterie und etabliert eines von Suppès späteren „Markenzeichen“.