Die heimliche Ehe („Il matrimonio segreto“)

Dieses Stück wird anstelle des im Spielzeitheft 2020/21 angekündigten Stückes "Mirandolina – schön geheimnisvoll" aufgeführt

Komische Oper in zwei Akten

Musik: Domenico Cimarosa, Textfassung: Dominik Wilgenbus, Arrangement: Alexander Krampe, Musikalische Leitung: Johanna Soller, Regie: Dominik Wilgenbus, Bühne: Hans Poll, Kostüme: Uschi Haug

Kammeroper München

Der eitle Kaufmann Hieronymus möchte durch eine Verbindung seiner beiden Töchter mit vornehmen Herren in den Adelsstand aufsteigen. Die jüngste Tochter Karo ist aber bereits heimlich mit Paulchen, dem Buchhalter ihres Vaters, verheiratet. Der wiederum hat seinen alten Bekannten, den völlig verschuldeten Graf Robinson, überredet, um die Hand der Schwester anzuhalten. Doch der schöne Plan geht schief: der Graf verliebt sich in Karo, die Witwe Traudel in Paulchen. Die heimlich vollzogene Ehe fliegt irgendwann auf und die Pläne des Vaters werden kurzerhand umstrukturiert ...

Im Auftrag von Kaiser Leopold II. schrieb Domenico Cimarosa 1791 diese komische Oper, die im Februar 1792 bei ihrer Uraufführung im kaiserlichen Hoftheater einen triumphalen Erfolg und ein in der Operngeschichte wohl beispielloses da Capo erlebte, nämlich das des kompletten Werkes! Als einzige Oper Cimarosas hat sich Il matrimonio segreto dank ihrer Frische, ihrer Komik und Herzlichkeit bis heute auf den Spielplänen gehalten.

Eher geistreich als sachlich korrekt bemerkte im 19. Jahrhundert der Wiener Musikkritiker Eduard Hanslick: Die wahre heimliche Ehe habe zwischen Cimarosas Werk und Mozarts Le Nozze di Figaro (1786) stattgefunden, und ein Nachkomme sei inzwischen auch auf der Welt: Rossinis Barbier von Sevilla. Tatsächlich will die Heimliche Ehe aber weder mit der symphonisch–psychologischen Komplexität des Figaro konkurrieren noch der Virtuosität des Barbier den Weg bereiten. Sie behauptet sich zwischen beiden als besonders bezauberndes Exemplar der klassischen italienischen Oper mit ihrem unangefochtenen Primat des Gesanges. So machen der Gefühlsreichtum ihrer Arien und die wirkungsvollen Ensemblenummern die Heimliche Ehe zu einem Juwel, dessen intimer Glanz heute tatsächlich im Kammerspiel am schönsten zur Geltung kommt.