Khatia Buniatishvili

Labyrinth

Selbstsicher, stilsicher und weltläufig sagt Khatia Buniatishvili über sich selbst: »Ich bin ein Mensch für die Bühne – ich mag es, was das Adrenalin auf der Bühne mit mir macht.«

Zwei Dinge sind für Khatia Buniatishvili Voraussetzung, bevor sie auf die Bühne tritt: gut geübt zu haben und positive Energie zu verströmen. Nur dann kommen auch vom Publikum positive Reaktionen zurück. Überhaupt spielt Emotionalität eine große Rolle für die georgische Pianistin, die fünf Sprachen spricht und einst als Wunderkind galt. Allerdings wehrt sie sich selbst gegen diesen Begriff, weil es für sie in der Musik nicht um ein sportliches »Höher, schneller, weiter« geht, sondern um Individualität und Persönlichkeit. Das hat sie bei all ihren CD-Einspielungen und Auftritten immer wieder unter Beweis gestellt, und so ist es bei aller Virtuosität vor allem die sensible Eigenständigkeit ihrer Interpretationen, die begeistert.

Khatia Buniatishvilis aktuelles Programm »Labyrinth« ist ebenso fantasievoll, sensibel und philosophisch wie die Pianistin selbst. »Labyrinth« geht der unermesslichen Suche nach, die das menschliche Leben ausmacht. Wie in einem Film zeichnet es über die gewählte Musik eine Entwicklung nach: Zaudern, Wehmut, Sinnlichkeit, Freude und Leid. Mit der für sie typischen Kompromisslosigkeit stellt Khatia Buniatishvili ihr außerordentliches Klavierspiel in den Dienst der Imagination.

Daran wird die Pianistin bei ihrem Recital in Gütersloh das Publikum mit einer Auswahl aus ihrer im Oktober 2020 erschienenen CD teilhaben lassen.Geplant ist Klavierliteratur von filigraner Anmut von Eric Satie, Frédéric Chopin, François Couperin oder Johann Sebastian Bach, kontrastiert von im Virtuosentum verwurzelten Werken von Sergej Rachmaninow und Franz Liszt.